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Frontkulur: Die Nibelungen - Soldaten für Tanztheater gesucht
20.11.2010
Frontkultur e.V. sucht für das neue Projekt „Die Nibelungen“ 50 ehemalige oder aktive Soldaten, die Lust haben, bei der Aufführung als Schauspieler und Tänzer mitzuwirken. Voraussetzungen gibt es keine, nur Spaß und Lust am Theater. Die Proben finden im Zeitraum von 14.02.2011-03.03.2011 in Berlin statt. Die Aufführungen sind darauf folgend an drei Abenden im renommierten "Heimathafen Neukölln" (Berlin).
Projektbeschreibung Frontkultur:
„… Für dieses Projekt
realisieren wir den Stoff der Nibelungen-Sage. Akteure sind (ehemalige)
Soldaten der Bundeswehr und zwei Schauspielerinnen.
Das
Projekt führt die Soldaten aus dem geschützten und verborgenen Raum der
Kaserne in die Öffentlichkeit: Im "Heimathafen Neukölln" zeigen sie sich
zum einen als Angehörige der Bundeswehr, zum anderen stellen sie sich
mit einer theatralen Äußerung zu dem urdeutschen Mythos "Nibelungen" zur
Diskussion.
Die Soldaten lernen Tanz und Theater
kennen, die Künstler und Zuschauer lernen die Soldaten kennen, alle
lernen die Nibelungen kennen.
Die Soldaten spielen und
tanzen zentrale Szenen aus dem Mythos: Exerzieren in Burgund; Siegfried
und der Drache; Totenklage für Siegfried; Kriemhilds Krieg: Apokalypse.
Zwei Schauspielerinnen agieren einerseits als Kriemhild und Brünhild,
öffnen aber zugleich als Erzählerinnen den doppelten Boden: legen
Varianten, Widersprüche, fragwürdige Erzählweisen der Sage frei. So auch
die Vielschichtigkeit des "Helden".…
Informationen dazu finden Sie unter:
"Einsatzspuren" - Was macht dieser Krieg mit den Menschen und unserer Gesellschaft?
16.10.2010
Großes Lob für ein Theaterstück, das begreifbar machen will
Autor und Regisseur Tobias Rausch und Rechercheur Tobias Graf wollten mit ihrem Stück Aufklärungsarbeit „gegen ein Tabu“ leisten.
lunatiks ging der Frage nach: „Was macht dieser Krieg mit den
Menschen?“ und interviewten Soldaten und ihre Angehörigen, die mit der
täglichen Angst umgehen müssen. So erfuhren sie, dass es beide
verändert, die Soldaten im Einsatz und auch die beteiligten und
unbeteiligten Menschen in der Heimat.
Das ungewöhnliche Stück wurde im Theater Kiel am 3. Oktober 2010 uraufgeführt und erhielt dort großes Lob.
Leider ist Kiel nicht gerade um die Ecke, deshalb kann ich selbst kein Feedback dazu schreiben.
Mehr zu lesen über die Hintergründe und die Uraufführung gibts aber hier:
Vor der Premiere, Kieler Nachrichten, 1.10.2010, Theaterkritik zur Uraufführung, Kieler Nachrichten v. 4.10.2010
Weitere Spieltermine.
2., 3. und 30. November 2010
Karten gibts unter Theater Kiel
Weitere Infos zu lunatkis.de
Interviewpartner für Theaterrecherche gesucht
10.07.2010
Ein Stück zu dem Thema Belastungen des Auslandseinsatzes für Angehörige
Die Schauspieldramaturgin Annika Hartmann entwickelt für das Theater
Kiel ein Theaterstück, das sich mit der Situation von
Familienangehörigen von Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz
beschäftigt. Dazu sucht sie Angehörige von Soldaten als
Interviewpartner, um der Frage nachzugehen, wie man als Partner, Eltern
und Freunde mit der Belastung umgeht, die durch einen Auslandseinsatz
entstehen kann und welche Herausforderungen zu bewältigen sind:
"…
Unsere Beobachtung nach ersten Gesprächen mit dem
Familienbetreuungszentrum Kiel, Mitarbeitern des
Bundeswehrsozialdienstes und der Evangelischen Militärseelsorge ist es,
dass dieses Thema in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert
ist und es wenig Verständnis in der Öffentlichkeit für die Problematik
gibt.
In diesem Zusammenhang suchen wir nach Personen, die
aus ihren Erfahrungen erzählen können und möchten. Also sowohl
Angehörige selbst als auch Betreuer und Berater.
Ich
würde mich freuen, wenn Sie unser Anliegen weiterleiten könnten und
unsere Suche nach Gesprächspartner unterstützen würden.
Wir sind per mail unter tobias.graf@theater-kiel.de oder
info@lunatiks.de zu erreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Annika
Hartmann
Schauspieldramaturgin
Theater Kiel
Knooper
Weg 182, 24105 Kiel
0431-901-3901 (AB)
Internet:
http://www.theater-kiel.de
Die Premiere des Stücks wird am 03. Oktober 2010 in Kiel sein.
Zum Stück:
Der Krieg ist vorbei. Die Schlacht ist geschlagen, die Mission
erfüllt, der Sold ausgezahlt. Die Kämpfer sammeln sich am Hafen, sie
besteigen die ankernden Schiffe. Sie kehren in die Heimat zurück, zu
Frau und Kindern. Doch in den Köpfen der Soldaten und in ihren Familien
ist der Krieg noch lange nicht beendet.
In seinem Stück Die
Troerinnen stellt Euripides (415 v. Chr.) die Frage, welche Auswirkungen
die Erfahrung des Krieges auf die Beteiligten haben. Er richtet nicht
den Blick auf die Helden, auf Achill und Odysseus, sondern schildert,
wie die Frauen und Angehörigen versuchen, mit dem Krieg fertig zu
werden.
Spätestens seit dem Selbstmordanschlag auf einen Bus mit deutschen
Soldaten in Afghanistan 2003 müssen auch Familien deutscher Soldaten
wieder mit der Angst leben, dass ihre Angehörigen traumatisiert oder im
Zinksarg zurückkehren. Nach der Rückkehr ist vieles nicht mehr wie
zuvor. Der Krieg ist in den Familien angekommen, unsichtbar hinter
Reihenhausfassaden und gepflegten Vorgärten. Ein ferner Krieg, der doch
so nahe rückt.
Ausgehend vom antiken Theaterstück Die Troerinnen
recherchiert das Projekt, welche Veränderungen und Verletzungen die
Erfahrungen des Krieges bei deutschen Soldaten und ihren Angehörigen
hinterlassen.
Quelle: lunatiks produktion
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