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News nach ausgewähltem Stichwort…

Soldatenfamilien (12)

Bundeswehr animiert Angehörige Ihre Erfahrungen mit dem Auslandseinsatz zu formulieren

21.07.2010 von Simone Uetz

Soldatenfamilien werden gehört: Partner im Einsatz - Ernstfall für die Familie

Angehörige Soldaten
(Quelle: BW)

Nach einem berührenden Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit", in der die Familie eines Soldaten im Afghanistan-Einsatz portraitiert wurde, öffnet die Bundeswehr ihre Webseite für die Veröffentlichung von Erfahrungsberichten von Angehörigen ihrer Soldaten. Eine schöne Entwicklung wie ich finde und vielleicht hilft es auch dabei, das Verständnis in der Bevölkerung für die Belange der Soldatenfamilien zu sensibilisieren.

 

 

Aufruf auf der Bundeswehrseite:

"Ihr Partner oder Ihre Partnerin, der Vater oder die Mutter, der Freund oder die Freundin ist im Einsatz? Wie erleben Sie diese Zeit? Was hilft Ihnen? Was ärgert Sie? Schicken Sie uns bitte Ihre Erfahrungen. Anonymisiert möchten wir eine Auswahl Ihrer Beiträge hier veröffentlichen."

Aufgefunden über Boris Barschows Afghanistanblog - Danke Boris…

 

Weiterführende Links:

Bericht in der Zeit…

Seite bei der Bundeswehr…

und hier die Leserreaktionen…

Interviewpartner für Theaterrecherche gesucht

10.07.2010 von Simone Uetz

Ein Stück zu dem Thema Belastungen des Auslandseinsatzes für Angehörige

Die Schauspieldramaturgin Annika Hartmann entwickelt für das Theater Kiel ein Theaterstück, das sich mit der Situation von Familienangehörigen von Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz beschäftigt. Dazu sucht sie Angehörige von Soldaten als Interviewpartner, um der Frage nachzugehen, wie man als Partner, Eltern und Freunde mit der Belastung umgeht, die durch einen Auslandseinsatz entstehen kann und welche Herausforderungen zu bewältigen sind:

"… Unsere Beobachtung nach ersten Gesprächen mit dem Familienbetreuungszentrum Kiel, Mitarbeitern des Bundeswehrsozialdienstes und der Evangelischen Militärseelsorge ist es, dass dieses Thema in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert ist und es wenig Verständnis in der Öffentlichkeit für die Problematik gibt.
In diesem Zusammenhang suchen wir nach Personen, die aus ihren Erfahrungen erzählen können und möchten. Also sowohl Angehörige selbst als auch Betreuer und Berater.

Ich würde mich freuen, wenn Sie unser Anliegen weiterleiten könnten und unsere Suche nach Gesprächspartner unterstützen würden.

Wir sind per mail unter tobias.graf@theater-kiel.de oder info@lunatiks.de zu erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Annika Hartmann
Schauspieldramaturgin

Theater Kiel
Knooper Weg 182, 24105 Kiel

0431-901-3901 (AB)

Internet: http://www.theater-kiel.de

 

Die Premiere des Stücks wird am 03. Oktober 2010 in Kiel sein.

Zum Stück:

Der Krieg ist vorbei. Die Schlacht ist geschlagen, die Mission erfüllt, der Sold ausgezahlt. Die Kämpfer sammeln sich am Hafen, sie besteigen die ankernden Schiffe. Sie kehren in die Heimat zurück, zu Frau und Kindern. Doch in den Köpfen der Soldaten und in ihren Familien ist der Krieg noch lange nicht beendet.
In seinem Stück Die Troerinnen stellt Euripides (415 v. Chr.) die Frage, welche Auswirkungen die Erfahrung des Krieges auf die Beteiligten haben. Er richtet nicht den Blick auf die Helden, auf Achill und Odysseus, sondern schildert, wie die Frauen und Angehörigen versuchen, mit dem Krieg fertig zu werden.

Spätestens seit dem Selbstmordanschlag auf einen Bus mit deutschen Soldaten in Afghanistan 2003 müssen auch Familien deutscher Soldaten wieder mit der Angst leben, dass ihre Angehörigen traumatisiert oder im Zinksarg zurückkehren. Nach der Rückkehr ist vieles nicht mehr wie zuvor. Der Krieg ist in den Familien angekommen, unsichtbar hinter Reihenhausfassaden und gepflegten Vorgärten. Ein ferner Krieg, der doch so nahe rückt.
Ausgehend vom antiken Theaterstück Die Troerinnen recherchiert das Projekt, welche Veränderungen und Verletzungen die Erfahrungen des Krieges bei deutschen Soldaten und ihren Angehörigen hinterlassen.

Quelle: lunatiks produktion

Solidarität mit Soldaten zeigen und Gelbe Schleife setzen

11.04.2010 von Simone Uetz

Sag einfach mal: “Wir denken an Euch…”

Solidarität mit Soldaten
Solidarität mit Soldaten online zeigen

www.solidaritaet-mit-soldaten.de

 

Unabhängig von politischer Einstellung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr verdienen deutsche Soldaten und ihre Angehörigen – jenseits vermeintlicher Heldenverehrung – unsere Achtung für den Dienst, den sie im Auftrag unserer Regierung und damit im Namen der Bundesrepublik Deutschland ableisten.

 

Machen Sie mit, und sagen Sie unseren Männern und Frauen in den Einsatzländern und deren Familien zuhause mit welchen Gedanken Sie bei Ihnen sind, oder…

Sag einfach mal: “Wir denken an Euch…” unter:

 

www.solidaritaet-mit-soldaten.de

 

Die Anstecker und Aufkleber zu der Seite gibt es im Randnotizen-Shop

Afghanistaneinsatz: Politisches Geschehen aus der Sicht der Angehörigen von Bundeswehrsoldaten

15.12.2009 von Simone Uetz

TV-Tipp: phoenix spricht mit Soldatenmutter und Geistlichen über „Kundus-Affäre“ in Berlin

phoenix sendung

Boris Barschow bastelt mal wieder fleißig und so gibt es morgen am 16.12.09 ab 10 Uhr einen Beitrag auf phoenix mit dem Titel:

Politische Diskussion rund um die aktuelle „Kundus-Affäre“ - doch in dieser Sendung mal aus der Sicht von Angehörigen der Bundeswehrsoldaten, die dort in Afghanistan ihren Dienst tun.

 

Im Afghanistanblog heißt es:

„…morgen konstituiert sich ja nun der Untersuchungsausschuss zur „Kundus-Affäre“ in Berlin. Wir berichtenh ab 10 Uhr zwei Stunden lang über das erstre Zusammentreten der Politiker. Was dieser U-Ausschuss letztendlich bringen wird, wäre heute nur Spekulation. Für die Zukunft hoffentlich  mehr Transparenz für die Bundeswehr-Mission am Hindukusch. Wir werden morgen probieren, das politische Geschehen in Berlin durch die Brille der Angehörigen von Soldaten im Studio zu spiegeln und bewerten zu lassen. Hintergrundgespräche aus einer Perspektive, die in den Medien nicht all zu oft vorkommen. Wir wollen uns dafür Zeit nehmen und die Betroffenen reden lassen, was sie über diese politische Debatte denken und wie sie in Soldatenfamilien diskutiert wird. phoenix zeigt das ganze Bild. Als Studiogäste sind Soldateneltern und ein Militärgeistlicher, der Afghanistan und die Sorgen und Nöte der Soldaten kennt, eingeladen. Dazu zwei Dokus über die einsatzvorbereitende Ausbildung der Soldaten und die Rückkehrerproblematik „Was ist, wenn ich aus dem Einsatz zurück bin?“. Und auch ein Schaltgespräch mit dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (SPD). Würde mich über Feedback zur Sendung freuen. Erleben Sie also morgen die Synergie zwischen Blog und TV…”

Mit der Bundeswehr im Auslandseinsatz bei FrauTV, WDR

02.10.2009 von Simone Uetz

Soldat Uwe D. berichtet - Wiederholung am 5.10. 11.30 Uhr

Lisa Ortgies
FrauTV Lisa Ortgies

Unter dem Motto "Frauen im Gespräch" stellt die WDR-Sendung die Lebenswirklichkeit von Frauen dar und und berichtet unter anderem über Medizin, Wirtschaft, Politik.

 

FrauTV sprach mit Uwe D. über seine Beruf als Soldat und darüber, wie man als Partnerin damit umgehen kann:

 

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WDR FrauTV
Donnerstag, 01. Oktober 2009, 22.00 - 22.30 Uhr .
Montag, 05. Oktober 2009, 11.30 - 12.00 Uhr (Wdh.)

 

zum Sendeausschnitt    

 

Auslandseinsätze der Bundeswehr

ein Thema über das besonders in letzter Zeit wieder viel diskutiert wird. Sollen deutsche Soldaten weiter in Afghanistan bleiben? Und sind sie im Kriegseinsatz? Egal wie die Politik entscheidet, hunderte von Soldaten sind und waren dort im Einsatz. Und kehren nach Hause zurück mit Erlebnissen, die nicht nur sie, sondern auch ihre Familien verändern. Und jetzt wird inzwischen auch offen über die Probleme gesprochen. Die Medien machten erst unlängst darauf aufmerksam, dass besonders die Einsätze in Afghanistan zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen können. frauTV hat einen Mann getroffen, der schon mehrere Einsätze als Personenschützer hinter sich hat.

 

Erster Einsatz - 1997

Der erste Einsatz war Sarajevo und losgefahren ist der Hauptfeldwebel Uwe D. mit einem mulmigen Gefühl. Er hatte sich damals ganz nüchtern zusammen mit seiner Familie darauf vorbereitet. „Ich habe mein Testament geschrieben, meine Patientenverfügung gemacht, wenn irgendwas passieren sollte, aber eigentlich haben wir es verdrängt, wir wollten nicht das was passiert und deshalb haben wir nicht drüber gesprochen.“ Und dann, viel zu schnell, kam der Wagen, der ihn abholten. Es blieben noch 10 Minuten, um sich von seiner Frau und den vier Kindern zu verabschieden. Die richtigen Worte hat damals keiner gefunden. Was sollten sie sagen? Sie hatten alle keine Erfahrung mit einer derartigen Situation. Bei der Abfahrt hat Uwe dann nur einen Gedanken: Hoffentlich sehe ich das alles noch mal wieder!

 

Der Alltag im Einsatz

Beim ersten Granateneinschlag in Afghanistan kam Uwe D. schon ins Grübeln und fragte sich, was mache ich hier: „ Wenn da jemand sagt, er spürt nichts, das glaube ich nicht.“ Trotzdem stand für ihn immer fest, nicht gehen kommt nicht in Frage! Da hätte er das Gefühl gehabt, sich selbst zu verraten. Denn Soldat sein ist für ihn mehr als ein Beruf. Und die Einsätze sind Teil seines Berufes.
Einsatz in Afghanistan das heißt, es gibt kaum Rückzugsmöglichkeit und viele Einschränkungen. Für ihn und seine Kollegen sind solche Einsätze auch eine besondere Herausforderung, bei der sie immer wieder vor neue Aufgaben gestellt werden. „Es ist für andere vielleicht nicht so leicht zu verstehen, aber es ist mehr als ein Job: Es geht auch um Emotionen, Gefühle und Kameradschaft, es gibt viele Facetten positive und negative“, beschriebt Uwe D.

 

Das „Nicht Verstehen“

Auch wenn er und seine Frau nur das Beste für den anderen wollten, sie kamen deutlich an ihre Grenzen, weil sie plötzlich in völlig unterschiedlichen Welten lebten. Am besten wird das vielleicht an einem Beispiel deutlich:

Es gibt Tote und Verletzte in Afghanistan. Uwes Frau sitzt zu Hause und wartet verzweifelt auf eine Nachricht, fürchtet ihr Mann könnte unter den Opfern sein. Uwe ahnt nicht, was zu Hause los ist, wie viel Angst sie um ihn hat. Die Handys im Einsatz werden abgeschaltet, damit von offizieller Seite die betroffenen Familien über Verletzte und Tote vor der Presse informiert werden können. Zwei Tage dauert das Warten, dann ruft er zu Hause an. Ein sehr kurzes Telefonat, bei dem Uwe nicht versteht, warum seine Frau so aufgeregt ist. Heute, rückblickend, kann er es verstehen. Aber damals kam ihre geballte Angst nicht durch die Telefonleitung, er dachte, es ist doch gar nichts passiert.

 

Zu Hause und doch alleine

Wenn Uwe D. nach einem Einsatz nach Hause kam, hatte er das Gefühl hier läuft alles. Nur er gehörte irgendwie nicht mehr dazu. Er zog sich zurück, wurde empfindlicher, ging oft in Abwehrhaltung, ließ irgendwann nichts mehr so richtig an sich ran. Er glaubt zwar, dass sie beide nur das beste wollten, aber oft war das genau das Falsche. Zum Beispiel wenn er auf dem Sofa lag und seine Frau dachte, ihn nicht mit allem zu belasten, weil er ja schließlich schon genug um die Ohren hatte. Er aber fühlte sich ausgeschlossen. Oder wenn er selbst, als endlich ein bisschen Ruhe eingekehrt war, das Thema am liebsten gar nicht mehr angesprochen hat. Sie aber gerne mehr gewusst hätte und sich dann ausgeschlossen fühlte.

 

Zwei Welten

Uwe D. und seine Frau haben es zusammen nicht geschafft, sie haben sich getrennt. „Wir hatten nicht die Zeit für uns beide um anzukommen, sie aus ihrer Welt und ich aus meiner. Wir hätten uns in der Mitte treffen müssen und diesen Weg haben wir nicht gefunden. Dafür muss man sich aber einfach Zeit nehmen.“ Zeit nehmen und drüber reden. Eigentlich ganz einfach sagt Uwe heute, aber damals hat er es nicht hinbekommen und vielleicht habe er es auch gar nicht gewollt. Doch das ist seiner Meinung nach der einzige Weg der hilft. Deshalb engagiert er sich heute ehrenamtlich, um anderen von seinen Erfahrungen zu erzählen. „Vielleicht ist es so ein bisschen eine Art Wiedergutmachung für das was ich verbockt habe.“

 

Buchtipp

Uwe D.:
„Randnotizen - Hundert Mann und ein Befehl. Als Berufssoldat in Afghanistan, als Mensch in der Heimat - ein Tagebuch zweier Welten“
Independent Verlag 2008, ISBN 9783000254079
„Randnotizen“ ist ein Buch, das sehr eindringlich beschreibt was Soldaten bei einem Auslandeinsatz erleben. Uwe D. schildert unter welchen Bedingungen er und seine Kollegen in Afghanistan leben und gibt durch Tagebucheinträge einen Eindruck davon, was er als Personenschützer dort erlebt hat. Sehr beeindruckend sind die persönlichen Rückblenden, die er nachträglich zu Hause geschrieben hat. Sie ermöglichen einen nahen Einblick in eine ganz eigene Welt mit vielen Gefühlen.

 

Quelle: FrauTV

Autorin: Ute Schneider

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