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News nach ausgewähltem Stichwort…

Aktiv gegen das freundliche Desinteresse

07.12.2009 von Simone Uetz

bw Infonet - Neues Portal will Information und Austausch zwischen Soldaten, Bundeswehr und Bürgern fördern

BW-Infonet

Seit einigen Wochen gibt es jetzt ein Informations- und Dialogportal von Soldaten für Soldaten. bw-infonet fordert auf zum Dialog zwischen Soldatinnen und Soldaten, Freunden, Familien, Reservisten sowie zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr und den Bundesbürgern gleichermaßen. Auf der multimedialen Kommunikationsplattform für den weltweiten, individuellen Dialog gibts aktuelle Informationen zur Bundeswehr. Zudem kann jeder mit seinem Beitrag in Text-, Bild- und Filmformaten teilnehmen.
So will bwinfonet die Transformation des freundlichen Desinteresses in ein aktives (Kommunikations-) Interesse insbesondere auch bei den Bundesbürgern fördern.

 

Zur Seite von bw-infonet.de

Was wir unseren Soldaten schuldig sind?

02.12.2009 von Simone Uetz

Artikel in Welt-Online: Eine Demokratie hat die Menschen zu achten, die sie in ihren Krieg schickt

Gesellschaft Soldaten

Ich bin mir nicht so sicher, ob es Angehörige und auch die Soldatinnen und Soldaten so begrüssen würden, wenn jeder verunglückte oder gefallene Soldat mit Namen und Bild auf den Titelseiten der Weltpresse erscheinen würde.
Dennoch zeugt Michael Kleebergs Beitrag in Welt-online einmal wieder davon, dass sich der O-Ton in der Presse nach und nach wandelt und vielleicht so immer mehr den Mensch hinter dem Soldaten in das Bewußtsein der Bevölkerung rückt.

Er schreibt davon, dass sich durch die Ereignisse bei Kundus, die jetzt zur Entlassung des ehemaligen Verteidigungsministers geführt haben, bei ihm ganz andere Fragen hervor gerufen haben, als die momentan öffentlich diskutierten, und dass er er in erster Linie an die deutschen Soldaten in Afghanistan denken muß.
Mit seiner Forderung, "dass diese Soldaten nicht der verlegen verleugnete gesellschaftliche Ausschuss bleiben, der sie momentan sind", spricht er sicher wie mir, auch vielen Soldatinnen, Soldaten und deren Familien, Freunden und Bekannten aus dem Herzen.  Lächelnd

Simone Uetz


Zum Beitrag auf Welt-online....

Mit der Bundeswehr im Auslandseinsatz bei FrauTV, WDR

02.10.2009 von Simone Uetz

Soldat Uwe D. berichtet - Wiederholung am 5.10. 11.30 Uhr

Lisa Ortgies
FrauTV Lisa Ortgies

Unter dem Motto "Frauen im Gespräch" stellt die WDR-Sendung die Lebenswirklichkeit von Frauen dar und und berichtet unter anderem über Medizin, Wirtschaft, Politik.

 

FrauTV sprach mit Uwe D. über seine Beruf als Soldat und darüber, wie man als Partnerin damit umgehen kann:

 

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WDR FrauTV
Donnerstag, 01. Oktober 2009, 22.00 - 22.30 Uhr .
Montag, 05. Oktober 2009, 11.30 - 12.00 Uhr (Wdh.)

 

zum Sendeausschnitt    

 

Auslandseinsätze der Bundeswehr

ein Thema über das besonders in letzter Zeit wieder viel diskutiert wird. Sollen deutsche Soldaten weiter in Afghanistan bleiben? Und sind sie im Kriegseinsatz? Egal wie die Politik entscheidet, hunderte von Soldaten sind und waren dort im Einsatz. Und kehren nach Hause zurück mit Erlebnissen, die nicht nur sie, sondern auch ihre Familien verändern. Und jetzt wird inzwischen auch offen über die Probleme gesprochen. Die Medien machten erst unlängst darauf aufmerksam, dass besonders die Einsätze in Afghanistan zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen können. frauTV hat einen Mann getroffen, der schon mehrere Einsätze als Personenschützer hinter sich hat.

 

Erster Einsatz - 1997

Der erste Einsatz war Sarajevo und losgefahren ist der Hauptfeldwebel Uwe D. mit einem mulmigen Gefühl. Er hatte sich damals ganz nüchtern zusammen mit seiner Familie darauf vorbereitet. „Ich habe mein Testament geschrieben, meine Patientenverfügung gemacht, wenn irgendwas passieren sollte, aber eigentlich haben wir es verdrängt, wir wollten nicht das was passiert und deshalb haben wir nicht drüber gesprochen.“ Und dann, viel zu schnell, kam der Wagen, der ihn abholten. Es blieben noch 10 Minuten, um sich von seiner Frau und den vier Kindern zu verabschieden. Die richtigen Worte hat damals keiner gefunden. Was sollten sie sagen? Sie hatten alle keine Erfahrung mit einer derartigen Situation. Bei der Abfahrt hat Uwe dann nur einen Gedanken: Hoffentlich sehe ich das alles noch mal wieder!

 

Der Alltag im Einsatz

Beim ersten Granateneinschlag in Afghanistan kam Uwe D. schon ins Grübeln und fragte sich, was mache ich hier: „ Wenn da jemand sagt, er spürt nichts, das glaube ich nicht.“ Trotzdem stand für ihn immer fest, nicht gehen kommt nicht in Frage! Da hätte er das Gefühl gehabt, sich selbst zu verraten. Denn Soldat sein ist für ihn mehr als ein Beruf. Und die Einsätze sind Teil seines Berufes.
Einsatz in Afghanistan das heißt, es gibt kaum Rückzugsmöglichkeit und viele Einschränkungen. Für ihn und seine Kollegen sind solche Einsätze auch eine besondere Herausforderung, bei der sie immer wieder vor neue Aufgaben gestellt werden. „Es ist für andere vielleicht nicht so leicht zu verstehen, aber es ist mehr als ein Job: Es geht auch um Emotionen, Gefühle und Kameradschaft, es gibt viele Facetten positive und negative“, beschriebt Uwe D.

 

Das „Nicht Verstehen“

Auch wenn er und seine Frau nur das Beste für den anderen wollten, sie kamen deutlich an ihre Grenzen, weil sie plötzlich in völlig unterschiedlichen Welten lebten. Am besten wird das vielleicht an einem Beispiel deutlich:

Es gibt Tote und Verletzte in Afghanistan. Uwes Frau sitzt zu Hause und wartet verzweifelt auf eine Nachricht, fürchtet ihr Mann könnte unter den Opfern sein. Uwe ahnt nicht, was zu Hause los ist, wie viel Angst sie um ihn hat. Die Handys im Einsatz werden abgeschaltet, damit von offizieller Seite die betroffenen Familien über Verletzte und Tote vor der Presse informiert werden können. Zwei Tage dauert das Warten, dann ruft er zu Hause an. Ein sehr kurzes Telefonat, bei dem Uwe nicht versteht, warum seine Frau so aufgeregt ist. Heute, rückblickend, kann er es verstehen. Aber damals kam ihre geballte Angst nicht durch die Telefonleitung, er dachte, es ist doch gar nichts passiert.

 

Zu Hause und doch alleine

Wenn Uwe D. nach einem Einsatz nach Hause kam, hatte er das Gefühl hier läuft alles. Nur er gehörte irgendwie nicht mehr dazu. Er zog sich zurück, wurde empfindlicher, ging oft in Abwehrhaltung, ließ irgendwann nichts mehr so richtig an sich ran. Er glaubt zwar, dass sie beide nur das beste wollten, aber oft war das genau das Falsche. Zum Beispiel wenn er auf dem Sofa lag und seine Frau dachte, ihn nicht mit allem zu belasten, weil er ja schließlich schon genug um die Ohren hatte. Er aber fühlte sich ausgeschlossen. Oder wenn er selbst, als endlich ein bisschen Ruhe eingekehrt war, das Thema am liebsten gar nicht mehr angesprochen hat. Sie aber gerne mehr gewusst hätte und sich dann ausgeschlossen fühlte.

 

Zwei Welten

Uwe D. und seine Frau haben es zusammen nicht geschafft, sie haben sich getrennt. „Wir hatten nicht die Zeit für uns beide um anzukommen, sie aus ihrer Welt und ich aus meiner. Wir hätten uns in der Mitte treffen müssen und diesen Weg haben wir nicht gefunden. Dafür muss man sich aber einfach Zeit nehmen.“ Zeit nehmen und drüber reden. Eigentlich ganz einfach sagt Uwe heute, aber damals hat er es nicht hinbekommen und vielleicht habe er es auch gar nicht gewollt. Doch das ist seiner Meinung nach der einzige Weg der hilft. Deshalb engagiert er sich heute ehrenamtlich, um anderen von seinen Erfahrungen zu erzählen. „Vielleicht ist es so ein bisschen eine Art Wiedergutmachung für das was ich verbockt habe.“

 

Buchtipp

Uwe D.:
„Randnotizen - Hundert Mann und ein Befehl. Als Berufssoldat in Afghanistan, als Mensch in der Heimat - ein Tagebuch zweier Welten“
Independent Verlag 2008, ISBN 9783000254079
„Randnotizen“ ist ein Buch, das sehr eindringlich beschreibt was Soldaten bei einem Auslandeinsatz erleben. Uwe D. schildert unter welchen Bedingungen er und seine Kollegen in Afghanistan leben und gibt durch Tagebucheinträge einen Eindruck davon, was er als Personenschützer dort erlebt hat. Sehr beeindruckend sind die persönlichen Rückblenden, die er nachträglich zu Hause geschrieben hat. Sie ermöglichen einen nahen Einblick in eine ganz eigene Welt mit vielen Gefühlen.

 

Quelle: FrauTV

Autorin: Ute Schneider

Würdiges Gedenken. Eine Mahnung von kirchlicher Seite

27.08.2009 von Simone Uetz

Seitens der Kirche werden die Aufrufe zu Solidarität mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr immer drängender...

Militärgeneralvikar Walter Wakenhut

Militärgeneralvikar Walter Wakenhut fordert einen eigenen Gedenk- und Ehrentag für Bundeswehr und die im Dienst ums Leben gekommenen Soldaten und Soldatinnen:

 

KNA, 26.08.2009.
[…]
Für das Gedenken der Soldaten an ihre getöteten und gefallenen Kameraden sei der Bendlerblock als Ort des Widerstands gegen ein Unrechtsregime der geeignete Ort. „Sollte das Parlament ein eigenes Ehrenmal beschließen, kann das seinen Platz am Reichstag haben.“ Nach seinem Eindruck seien das Ehrenmal und das Gedenken der deutschen Bevölkerung auch für die Soldaten von hoher Bedeutung. Viele seien der Meinung, dass der Einsatz in Afghanistan in der Gesellschaft nicht ernst genommen und die immensen Gefahren nicht gesehen würden. Wakenhut weiter: „Und wenn die Soldaten nach Hause kommen, müssen sie sich für den Einsatz manchmal noch rechtfertigen.“


(Quelle: KNA – ID Nr. 34 / 26. August 2009, KMBA / Doreen Bierdel)


 

In der aktuellen Ausgabe Kompass, Soldat in Welt und Kirche (2009/09 Seite 7) ist weiterhin zu lesen:


[…] Die Bundeswehr wird in unserer Öffentlichkeit und auch von manchem Politiker in einen Topf mit den Armeen vergangener Zeiten geworfen. Nach dem Prinzip „Soldat bleibt Soldat“ sei er dazu da, Kriege zu führen und darin zu siegen. Es wird kein Unterschied gemacht.

Aber es sollte sich eigentlich herumgesprochen haben und auch ins Bewusstsein jedes verantwortungsbewussten Bundesbürgers eingedrungen sein, dass mit dem 23. Mai 1949, der Annahme unseres Grundgesetzes, für unser Volk eine neue Zeit begonnen hat. Es gibt keine Fortsetzung des Dritten Reiches oder des Kaiserreiches, auch nicht der Weimarer Republik.
Die Bundesrepublik ist etwas Neues; etwas Neues, das sich von Anfang an in die demokratische Tradition Europas hineingestellt weiß. In der Verantwortung vor Gott wird eine Werteordnung festgeschrieben, die auf unserer christlich abendländischen Tradition beruht. Menschenwürde und Menschenrechte sind unveräußerliches Rechtsgut der Menschen in unserem Land.

Die Bundeswehr ist in diese und keine andere Tradition hineingestellt. Pflicht des Soldaten und der Soldatin ist es, treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Es geht nicht um Machtspiele, es geht nicht um Siege und Kriege, sondern um die Verteidigung. Aus der noch nationalstaatlich geprägten Gründerzeit unseres Staates ist eine globalisierte, in sich vernetzte und hochkomplizierte Welt geworden, in der ein Volk nicht mehr ohne das andere leben, in dem kein Volk gegen das andere sein kann, ohne großen Schaden hervorzurufen. Die Verantwortung für das Gemeinwohl besteht nicht mehr in Wahrung eigener nationaler Interessen, sondern kann nur im Blick auf die ganze Welt richtig wahrgenommen werden. Das fordert die helfende Tat.

Die Bundeswehr im Einsatz war und ist eine vom Parlament, von den von uns allen gewählten Frauen und Männern in den Einsatz geschickte Armee. Die Soldatinnen und Soldaten verrichten ihren Dienst im Auftrag unseres Volkes, im Dienst für Frieden, Recht und Freiheit.

Gedenken, Trauer und Erinnerung sollen deshalb in dieser neuen Armee einen neuen Platz und ein eigenes Datum erhalten. Es geht nicht um die Opfer von Unrecht und Gewalt, sondern um Frauen und Männer, die im Einsatz für Frieden, Recht und Freiheit ihr Leben eingesetzt und auch verloren haben. Der Toten im Ehrenmal zu gedenken und die Lebenden mit dem Ehrenkreuz für Tapferkeit auszuzeichnen ist nicht die Wiederkehr alter soldatischer Herrlichkeit, sondern Respektbekundung des demokratischen Staates für die, die sich als Staatsbürger in Uniform für Menschenwürde und Menschenrechte einsetzen. Aus eben diesen Gründen ist es sinnvoll, einen eigenen Gedenk- und Ehrentag für die im Einsatz ums Leben gekommenen und gefallenen Soldatinnen und Soldaten zu schaffen. Da geht es nicht um einen zusätzlichen Feiertag, sondern um eine klare und eindeutige Verortung unserer Bundeswehr in der freiheitlich demokratischen Ordnung unseres Staates.

Soldatinnen und Soldaten sind Staatsbürger in Uniform. Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit, das Ehrenmal und ein eigener Gedenktag sind die Konsequenz daraus.


(Quelle: Kompass, Soldat in Welt und Kirche (2009/09 Seite 7)

Robbe wünscht sich mehr menschliche Zuwendung für Soldaten

22.08.2009 von Simone Uetz

Ein Plädoyer für Solidarität

Feldpost

In der Ausgabe Kompass 07/08 2009 erzählt der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe von seinen Eindrückten auf seiner letzten Inspektionsreise nach Afghanistan und spricht über Solidarität und menschliche Zuwendung für die Bundeswehrsoldaten.

 

[…]

Vor diesem Hintergrund kann ich verstehen, dass den Soldaten kein anderes Wort als „Krieg“ einfällt, wenn sie mir das in langen Feuergefechten Erlebte schildern. Und ebenso gut kann ich es verstehen, wenn die Soldaten mich bitten, alles dafür zu tun, dass die Truppe endlich mehr „moralische Unterstützung“ von unserer Gesellschaft bekommt. Damit meinen die Soldatinnen und Soldaten im Grunde mehr menschliche Zuwendung, mehr Solidarität – wir Christen sprechen auch von Nächstenliebe –, die sie bei ihren Mitbürgern in der fernen Heimat vermissen.

Das Gefühl, im Stich gelassen zu werden, macht sich ganz besonders dann breit, wenn Kameraden schwer verwundet werden, wie es leider auch während meines Besuchs in Kunduz wieder geschah.

[…]

 

Den ganzen Beitrag von Reinhold Robbe finden sie im hier: Kompass 07/08 2009

 

(Quelle: Kompass

Bild: www.bundeswehr.de)

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