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News nach ausgewähltem Stichwort…

Soldaten im Auslandseinsatz (7)

Neues Arbeitspapier Bundeswehr: Gefühle der Soldaten

25.07.2010 von Simone Uetz

Für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr beim Umgang mit Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz

Bundeswehr Umgang mit dem Tod
(Quelle: BW)

Aus aktuell, Zeitung für die Bundeswehr.


Soldaten und Gefühle - eine Kombination, die viele Jahre als fast unmöglich galt. Der Soldat habe hart zu sein und seinen Auftrag zu erledigen, ohne jegliche Gefühlsregung. Das war lange die vorherrschende Meinung in der Gesellschaft und der Bundeswehr.
Doch diese Zeiten sind vorbei. Der Soldat ist ein Staatsbürger in Uniform und eben auch ein Mensch. Und Menschen haben Gefühle, die sie auch zeigen können und dürfen. Trauer, Wut, Schuld, Leid sind einige davon. Gerade heute, in Zeiten der Auslandseinsätze, ist es wichtiger denn je, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Denn die Realität zeigt: Jeden Soldaten und zivilen Mitarbeiter im Einsatz können Tod und Verwundung treffen.

Sprechen – auch über Tabuthemen
Das Zentrum Innere Führung in Koblenz hat zu diesem Thema ein neues Arbeitspapier mit dem Titel „Auseinandersetzung mit Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz“ veröffentlicht. Es soll den militärischen Führer darin unterstützen, mit seinen Soldaten darüber zu diskutieren und sich damit auseinanderzusetzen – und das möglichst vor dem Einsatz.
„Die Thematik ‚Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz‘ muss künftig in allen Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr noch intensiver behandelt werden“, schreibt Brigadegeneral Alois Bach, Kommandeur des Koblenzer Zentrums im Vorwort des Dokuments. “„Denn Innere Führung bedeutet auch, über Tabu-Themen zu sprechen“.”

Die „gute“ Seite der Angst
Das Arbeitspapier soll eine Anregung sein und den militärischen Führeren als Hintergrundinformation sowie zur Unterrichtsvorbereitung dienen. Es kann im „wesentlichen nur Impulse vermitteln“, steht in der Einleitung. Eines kann und will es nicht sein: eine Musterlösung.
In erster Linie dient es der Begriffserklärung. Was ist Tod? Was ist Verwundung? Was sind die Auswirkungen von extremen Belastungen auf den Menschen? Mögliche Krankheitsbilder, die dadurch entstehen können, und deren Symptome werden kurz erläutert. Ein weiteres Thema: Angst. Jeder Soldat und zivile Mitarbeiter der in den Einsatz geht, wird sich unwillkürlich damit auseinandersetzen. Dabei fällt es Soldaten oft schwer, sich Ängste einzugestehen.
Warum sie aber lebennotwendig sind und nicht verdrängt werden sollten, auch das beschreibt das Arbeitspapie. „Angst warnt vor Bedrohungen und aktiviert gleichzeitig Körper und Seele“, steht darin geschrieben.

Leid, Schuld, Tod und ein schwerer Gang
Des Weiteren befasst sich das neue Arbeitspapier mit wichtigen Schlagworten wie Leid und Schuld. Denn auch militärische Vorgesetzte sind davor nicht gefeit. Oftmals müssen sie Entscheidungen über Leben und Tod verantworten. Und letztendlich sind sie es auch, die schreckliche Nachrichten über gefallene oder verwundete Kameraden überbringen müssen.
Auch zu dieser schwierigen Aufgaben versucht das Arbeitspapier Hilfestellung zu geben, wenngleich es auch hier nur als Anregung dienen kann. „Es ist nicht möglich, den militärischen Vorgesetzten ein Hilfsmittel in Form einer Handlungsanweisung an die Hand zu geben. Zu vielseitig sind die Gesichter von Tod und Leid und zu unterschiedlich die Reaktionen aufgrund von tiefer Betroffenheit“, heißt es in dem Dokument.

Trauer ist immer individuell
Auch die Trauer ist bei jedem Menschen individuell. Hier bietet das Arbeitspapier aber einen guten Überblick über die Theorie der Trauer. Zum Beispiel, warum sie wichtig ist, welche Symptome und Phasen der Trauer es gibt. „Trauer ist der Schmerz der Zurückbleibenden“, steht in dem Papier. Und sie endet auch nicht nach der Trauerfeier. Diese aber ist ein wichtiges Ritual, um einen Verlust zu bewältigen.

Mit der Realität befassen
Das Arbeitspapier „Auseinandersetzung mit Verwundung, Tod uns Trauer im Einsatz“ ist ein weiterer Schritt in die Richtung, sich mit der Einsatzrealität auseinanderzusetzen und den Soldaten der Bundeswehr Hilfestellung in deren Bewältigung zu geben.
Wahrscheinlich setzt sich niemand gern mit solchen Themen auseinander – dennoch ist es notwendig. Und das Schlusswort des Arbeitspapiers könnte es nicht treffender formulieren: „Den Soldaten dürfen die Gefahren des Einsatzes nicht vorenthalten oder verharmlost werden. Sie müssen sich mit der Realität befassen.“

Angehörigen der Bundeswehr steht das Dokument ab Mitte August im Intranet zur Verfügung.

 

(Quelle: Bundeswehr)

Bundeswehr animiert Angehörige Ihre Erfahrungen mit dem Auslandseinsatz zu formulieren

21.07.2010 von Simone Uetz

Soldatenfamilien werden gehört: Partner im Einsatz - Ernstfall für die Familie

Angehörige Soldaten
(Quelle: BW)

Nach einem berührenden Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit", in der die Familie eines Soldaten im Afghanistan-Einsatz portraitiert wurde, öffnet die Bundeswehr ihre Webseite für die Veröffentlichung von Erfahrungsberichten von Angehörigen ihrer Soldaten. Eine schöne Entwicklung wie ich finde und vielleicht hilft es auch dabei, das Verständnis in der Bevölkerung für die Belange der Soldatenfamilien zu sensibilisieren.

 

 

Aufruf auf der Bundeswehrseite:

"Ihr Partner oder Ihre Partnerin, der Vater oder die Mutter, der Freund oder die Freundin ist im Einsatz? Wie erleben Sie diese Zeit? Was hilft Ihnen? Was ärgert Sie? Schicken Sie uns bitte Ihre Erfahrungen. Anonymisiert möchten wir eine Auswahl Ihrer Beiträge hier veröffentlichen."

Aufgefunden über Boris Barschows Afghanistanblog - Danke Boris…

 

Weiterführende Links:

Bericht in der Zeit…

Seite bei der Bundeswehr…

und hier die Leserreaktionen…

Solidarität mit unseren Soldaten zum Anstecken - Buttons und Pins

06.06.2010 von Simone Uetz

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Neben den Aufklebern gibts jetzt zum Anstecken die Pins, Buttons und Magnete mit dem Motiv von Solidarität mit unseren Soldaten im Onlineshop von Randnotizen und dem Solidaritätsgästebuch von www.solidaritaet-mit-soldaten.de

Solidarität mit Soldaten zeigen und Gelbe Schleife setzen

11.04.2010 von Simone Uetz

Sag einfach mal: “Wir denken an Euch…”

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Solidarität mit Soldaten online zeigen

www.solidaritaet-mit-soldaten.de

 

Unabhängig von politischer Einstellung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr verdienen deutsche Soldaten und ihre Angehörigen – jenseits vermeintlicher Heldenverehrung – unsere Achtung für den Dienst, den sie im Auftrag unserer Regierung und damit im Namen der Bundesrepublik Deutschland ableisten.

 

Machen Sie mit, und sagen Sie unseren Männern und Frauen in den Einsatzländern und deren Familien zuhause mit welchen Gedanken Sie bei Ihnen sind, oder…

Sag einfach mal: “Wir denken an Euch…” unter:

 

www.solidaritaet-mit-soldaten.de

 

Die Anstecker und Aufkleber zu der Seite gibt es im Randnotizen-Shop

Weihnachten in Afg 2009?

27.12.2009 von Simone Uetz

Heilig Abend in Afghanistan: Ein Soldat erzählt wie er es erlebt hat

Weihnachten 2009 Afghanistan

Mazar e Sharif. Weihnachten? Nein, Weihnachten ist weit weg. In diesem Jahr findet Weihnachten nicht statt, jedenfalls nicht bei mir. Bis hierhin, bis nach Mazar-e Sharif kommt Weihnachten nicht.
Was sollte der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten auch schon hier zu suchen haben – wenn er Mazar-e Sharif überhaupt finden würde. Nein, Weihnachten findet in diesem Jahr ohne mich statt.
Okay, einige Kameraden versuchen seit zwei, drei Wochen verzweifelt so etwas wie Weihnachtsstimmung hierhin zu bringen.
Hier ein Baum mit bunten Kugeln, da ein Adventskranz, ja sogar ein Flugzeug haben sie fantasievoll weihnachtlich gestaltet. Aber mich? Mich kriegen sie damit nicht. Weihnachtsstimmung? Fehlanzeige ! Was soll das auch, fast 5400 Kilometer von zu Hause entfernt, irgendwo in Afghanistan. Selbst in den letzten 48 Stunden vor dem Heiligen Abend können mir die immer massiver werdenden Melanchonie-Attacken nichts anhaben. Am Dienstag bin ich mit den Kampfmittelbeseitigern unterwegs. Sprengen. Eine Patrouille hatte wenige Tage zuvor zwei Kleinbomben entdeckt. Gefährliche Überbleibsel aus der Zeit der Sowjet-Besatzung hier in Afghanistan. Die Soldaten der Kampfmittelbeseitigung sprengen die beiden Bomben. Wie soll denn da Weihnachtsstimmung aufkommen? Das hat schon eher was von Silvester. Und am Mittwoch kommt doch tatsächlich noch hoher politischer Besuch. Von wegen ein paar ruhige Tage zu Weihnachten. Der Besuch bindet mich voll und ganz. Begleiten und Fotos schießen, anschließend einen Pressetext daraus machen.
Das alles unter Zeitdruck, denn der Text soll noch am gleichen Tag nach Deutschland. Da bleibt keine Zeit für Weihnachtsgefühle. Gut so! Mich kriegen sie nicht hier in Mazar-e Sharif.
Dann kommt er, der 24. Dezember. Ich telefoniere früh morgens mit zu Hause, erst mit der Lebensgefährtin, dann mit den Kindern.
Um diese Tageszeit kommt noch keine Weihnachtsmelancholie auf. Ich bin stark, diese Überzeugung setzt sich in mir fest. Mittags die Generalprobe für das nachmittägliche Krippenspiel in der Oase, der Betreuungseinrichtung der Militärseelsorge. Ich schaue es mir an, mache schon mal ein paar Notizen. Ich will eine Weihnachtsgeschichte machen mit unseren Militärpfarrern: Militärseelsorge im Einsatz. Ein interessantes und vielseitiges Thema. Da brauche ich um 16 Uhr das Krippenspiel als Aufhänger.
Um Drei noch einen schnellen Fototermin und dann packe ich im Büro meine Weihnachtsgeschenke aus der Heimat aus. Toll, wieviel Mühe sich die Kinder gegeben haben. Mit viel Herz und Liebe ausgedachte Geschenke, und Worte die ausdrücken wie sehr sie ihren Vater vermissen. Und im Paket meiner Lebensgefährtin:
Ganz viele Zeichen von Liebe und Vermissen, aber auch von dem Willen Stärke zu zeigen um mir den Rücken freizuhalten. Die Adventskerzen brennen. Ich atme tief durch, aber die Augen werden trotzdem feucht. Verdammt, was soll das jetzt? 
Kurz vor vier, ich muss los zum Krippenspiel. Sie machen das toll, die Laiendarsteller der Theatergruppe und der Chor. Alles Soldaten so wie ich. Die Geburt Jesus Christus – unter den liebevoll gemachten Kostümen ist der Flecktarn zu sehen. Routiniert mache ich meine Fotos, sammle Eindrücke und Stimmungen. Ein Job, Klaus, es ist nur ein Job. Aber sie machen das wirklich toll, eine feierliche Atmosphäre liegt über der „Oase“. Das Krippenspiel geht zu Ende, der Militärpfarrer tritt vor und beginnt den Gottesdienst.
 
Er sagt was wohl viele denken: Müssten wir an einem Tag wie heute nicht eigentlich bei unseren Familien sein? Ich stimme ihm im Stillen zu. Ja, ich müsste auch bei meiner Familie sein. Dann fordert er auf, das erste Lied zu singen. Das vielleicht bekannteste deutsche Weihnachtslied, das Lied, dass über Generationen hinweg diesen seltsamen, besonderen Zauber des Heiligen Abends ausdrückt. Aus vielen Kehlen schallt es auf einmal durch den Raum: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Ich schließe die Augen – und auf einmal bin ich nicht mehr in Afghanistan. Ich bin weit weg, ich bin alleine – alleine mit mir und diesem Lied, diesem „Stille Nacht, heilige Nacht“. Und auf einmal ist Weihnachten. Ich kann mich nicht mehr wehren, es hat mich eingeholt. Und ich will mich auch nicht mehr dagegen wehren. Ich lasse die Tränen laufen, es sieht sie doch keiner. Ich bin alleine, so wie all die anderen Besucher in der Oase, wie der Militärpfarrer, der Chor und die Theaterspielgruppe. Jeder ist für sich alleine. Einen kurzen Moment, ein „Stille Nacht, heilige Nacht“ lang. Es ist Weihnachten.

 

Quelle: Einsatzgeschwader Mazar e Sharif

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