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Politik und Gesellschaft (8)
Interviewpartner für Theaterrecherche gesucht
10.07.2010 von Simone Uetz
Ein Stück zu dem Thema Belastungen des Auslandseinsatzes für Angehörige
Die Schauspieldramaturgin Annika Hartmann entwickelt für das Theater
Kiel ein Theaterstück, das sich mit der Situation von
Familienangehörigen von Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz
beschäftigt. Dazu sucht sie Angehörige von Soldaten als
Interviewpartner, um der Frage nachzugehen, wie man als Partner, Eltern
und Freunde mit der Belastung umgeht, die durch einen Auslandseinsatz
entstehen kann und welche Herausforderungen zu bewältigen sind:
"…
Unsere Beobachtung nach ersten Gesprächen mit dem
Familienbetreuungszentrum Kiel, Mitarbeitern des
Bundeswehrsozialdienstes und der Evangelischen Militärseelsorge ist es,
dass dieses Thema in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert
ist und es wenig Verständnis in der Öffentlichkeit für die Problematik
gibt.
In diesem Zusammenhang suchen wir nach Personen, die
aus ihren Erfahrungen erzählen können und möchten. Also sowohl
Angehörige selbst als auch Betreuer und Berater.
Ich
würde mich freuen, wenn Sie unser Anliegen weiterleiten könnten und
unsere Suche nach Gesprächspartner unterstützen würden.
Wir sind per mail unter tobias.graf@theater-kiel.de oder
info@lunatiks.de zu erreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Annika
Hartmann
Schauspieldramaturgin
Theater Kiel
Knooper
Weg 182, 24105 Kiel
0431-901-3901 (AB)
Internet:
http://www.theater-kiel.de
Die Premiere des Stücks wird am 03. Oktober 2010 in Kiel sein.
Zum Stück:
Der Krieg ist vorbei. Die Schlacht ist geschlagen, die Mission
erfüllt, der Sold ausgezahlt. Die Kämpfer sammeln sich am Hafen, sie
besteigen die ankernden Schiffe. Sie kehren in die Heimat zurück, zu
Frau und Kindern. Doch in den Köpfen der Soldaten und in ihren Familien
ist der Krieg noch lange nicht beendet.
In seinem Stück Die
Troerinnen stellt Euripides (415 v. Chr.) die Frage, welche Auswirkungen
die Erfahrung des Krieges auf die Beteiligten haben. Er richtet nicht
den Blick auf die Helden, auf Achill und Odysseus, sondern schildert,
wie die Frauen und Angehörigen versuchen, mit dem Krieg fertig zu
werden.
Spätestens seit dem Selbstmordanschlag auf einen Bus mit deutschen
Soldaten in Afghanistan 2003 müssen auch Familien deutscher Soldaten
wieder mit der Angst leben, dass ihre Angehörigen traumatisiert oder im
Zinksarg zurückkehren. Nach der Rückkehr ist vieles nicht mehr wie
zuvor. Der Krieg ist in den Familien angekommen, unsichtbar hinter
Reihenhausfassaden und gepflegten Vorgärten. Ein ferner Krieg, der doch
so nahe rückt.
Ausgehend vom antiken Theaterstück Die Troerinnen
recherchiert das Projekt, welche Veränderungen und Verletzungen die
Erfahrungen des Krieges bei deutschen Soldaten und ihren Angehörigen
hinterlassen.
Quelle: lunatiks produktion
Warum Soldaten? - Ausstellung zur Diskursanimierung über die Bundeswehr
07.07.2010 von Simone Uetz
Mit Soldarten-Portraits und Bürgerreaktionen
Hamburg, 05.07.2010.
Für die Ausstellung „Warum Soldaten“ befragten Studenten der Helmut-Schmidt-Universität 1500 Passanten und Vertreter des öffentlichen Lebens über die Rolle der Bundeswehr. Den erhaltenen 500 Antworten stellten sie 500 Soldaten-Portraits gegenüber. Nun wurde die Ausstellung unter der Schirmherrschaft von Reinhold Robbe am 5. Juli vom Bundesminister der Verteidigung, Karl-Theodor zu Guttenberg, im Bundespresseamt in Berlin eröffnet.
Robbe hofft, dass mit „Warum Soldaten“ die Bevölkerung ein Stück weiter sensibilisiert und zum Nachdenken und Mitdenken animiert: „Gerade bei uns in Deutschland gibt es leider keine breite gesellschaftliche Debatte über die Frage, wofür unsere Soldatinnen und Soldaten ihre Gesundheit und ihr Leben einsetzen“, bedauert er. Dabei sind sie es, die im Auftrag des Parlaments in Krisengebieten ihr Leben riskieren.
Ein Schritt gegen das freundliche Desinteresse!
Die zehn Offiziere und Offizieranwärter der HSU baten Personen aus Wirtschaft, Parteien, Verbänden, Kirchen und Öffentlichem Leben sowie Passanten in der Hamburger Innenstadt um ein Statement zu der Frage „Warum Soldaten“. Überrascht von der Frage waren vielleicht viele, denn „Die meisten mussten einige Zeit nachdenken, bevor sie antworten konnten“, erinnert sich Leutnant Tobias Piekatz (24). Das Konzept ging auf - Egal ob die Antworten kritisch oder beführwortend ausfielen, es ging den Studenten darum, ein Zeichen gegen das weit verbreitete freundliche Desinteresse gegenüber der Bundeswehr zu setzen, das besonders für die Kameradinnen und Kameraden im Afghanistaneinsatz unerträglich sei.
Die 500 Bildern, Statements oder Videobotschaften zeigen dieses breit gefächertes Reaktionsband auf 20 Meter langen Stellwänden und wurden 500 Soldaten-Portraits gegenüber gestellt, als Symbol dass sich die jungen Frauen und Männern den auch kritischen Aussagen aus der Bevölkerungen stellen. „Wir wissen, was wir von uns halten. Aber was denkt die Bevölkerung über uns? Das wollten wir herausfinden“, so Martin Albrecht.
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Juli 2010 im Bundespresseamt, Dorotheenstraße 84 in 10117 Berlin zu sehen. Anschließend soll sie in vielen weiteren Städten gezeigt werden. Interessierte Aussteller können sich unter der Email-Adresse warum-soldaten@hsu-hh.de melden.
Bild:
Universitätspräsident Zeidler und Brigadegeneral Schmidt.
(Quelle:
www.streitkraeftebasis.de, Bild: Uni
Bw/ Scheiblich)
Nachtrag:
Auf
der Seite der Bundeswehr gibt es jetzt auch ein Video zu der
Ausstellung "Warum Soldaten?"
zu sehen unter diesem Link…
Von Gedankenlosigkeiten und freundlichem Desinteresse
10.05.2010 von Simone Uetz
Gastbeitrag zum Thema Familie und Beruf von Joachim Schwarz
Soldat und Webmaster von Frauzufrau.de
einer Seite für Angehörige von Einsatzsoldaten
Das Leben der Anderen
von J. Schwarz
Keine Angst. Es folgt hier nicht die siebenundfünfzigste Filmrezension eines preisgekrönten deutschen Films über die STASI-Vergangenheit der DDR. Auch gewähre ich Ihnen keine voyeuristischen Einblicke in Nachbars Schlafzimmer. Die „Anderen“, das sind in unserem Fall diejenigen empathieüberladenen Mitmenschen, die uns während des Einsatzes unseres Soldaten schonungslos fürsorglich umgeben. Und diese Anderen können einem schon den Schweiß auf die Stirn treiben.
„Er wusste ja, worauf er sich einließ!“ oder „Da bekommt ihr aber ´ne schöne Stange Geld für, warum also aufregen!“ sind nur zwei Beispiele für die emotionell überbordenden Gedanken, die sich Bürger der Bundesrepublik Deutschland beim Umgang mit Angehörigen von Soldaten so machen.
Wundert´s? Mich eigentlich nicht, denn in einer Gesellschaft, in der das wöchentliche Fußballergebnis oder der Sieger in „Deutschland sucht den Superstar“ wichtiger ist als die gefallenen Soldaten in Afghanistan, wundert mich nichts mehr.
Einzig und allein meine engsten Freunde sind da wirklich anders. Sie informieren sich und diskutieren - auch kontrovers, versteht sich - über Sinn und Unsinn der Einsätze aus ihrer Sicht. Wäre schön, wenn Alle das so machen würden, ist aber leider nicht so.
Und so werden wir weiterhin gedankenlose Äußerungen erleben, die ihresgleichen suchen, wir werden uns fürchterlich ärgern und manchmal auch ein wenig neidisch auf die USA schauen, wo der Einsatz der Soldaten auf einer ganz anderen gesellschaftlichen Akzeptanz ruht. Aber da es die „Amis“ sind, ist das natürlich für Menschen mit hohem intellektuellem Anspruch kein Maßstab. Für mich allerdings sehr wohl.
Ein Problem soll nicht unerwähnt bleiben: Die „Anderen“, denen alles rund um Auslandseinsätze der Streitkräfte unserer Bundesrepublik Deutschland völlig piepe ist, sind in der Mehrheit. Und zwar deutlich.
Und außerdem ist Bayern zum 22. Mal Deutscher Meister. Und die Fußball-WM kommt! Welch ein Glück. Denn das lenkt ab vom bösen Geschehen außerhalb Deutschlands, für das wir ja nach Meinung von 70% der Bevölkerung nicht zuständig sein sollen.
Lasst uns hoffen, dass das Weltgeschehen mittelfristig nicht zu uns kommt. Denn dann werden die „Anderen“ aufschreien. Und nach uns rufen. Wenn es uns dann noch geben sollte.
(Quelle: Magazin von Frau zu Frau)
Solidarität mit Soldaten zeigen und Gelbe Schleife setzen
11.04.2010 von Simone Uetz
Sag einfach mal: “Wir denken an Euch…”
www.solidaritaet-mit-soldaten.de
Unabhängig von politischer Einstellung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr verdienen deutsche Soldaten und ihre Angehörigen – jenseits vermeintlicher Heldenverehrung – unsere Achtung für den Dienst, den sie im Auftrag unserer Regierung und damit im Namen der Bundesrepublik Deutschland ableisten.
Machen Sie mit, und sagen Sie unseren Männern und Frauen in den Einsatzländern und deren Familien zuhause mit welchen Gedanken Sie bei Ihnen sind, oder…
Sag einfach mal: “Wir denken an Euch…” unter:
www.solidaritaet-mit-soldaten.de
Die Anstecker und Aufkleber zu der Seite gibt es im Randnotizen-Shop
Was wir unseren Soldaten schuldig sind?
02.12.2009 von Simone Uetz
Artikel in Welt-Online: Eine Demokratie hat die Menschen zu achten, die sie in ihren Krieg schickt
Ich bin mir nicht so sicher, ob es Angehörige und auch die Soldatinnen und Soldaten so begrüssen würden, wenn jeder verunglückte oder gefallene Soldat mit Namen und Bild auf den Titelseiten der Weltpresse erscheinen würde.
Dennoch zeugt Michael Kleebergs Beitrag in Welt-online einmal wieder davon, dass sich der O-Ton in der Presse nach und nach wandelt und vielleicht so immer mehr den Mensch hinter dem Soldaten in das Bewußtsein der Bevölkerung rückt.
Er schreibt davon, dass sich durch die Ereignisse bei Kundus, die jetzt zur Entlassung des ehemaligen Verteidigungsministers geführt haben, bei ihm ganz andere Fragen hervor gerufen haben, als die momentan öffentlich diskutierten, und dass er er in erster Linie an die deutschen Soldaten in Afghanistan denken muß.
Mit seiner Forderung, "dass diese Soldaten nicht der verlegen verleugnete gesellschaftliche Ausschuss bleiben, der sie momentan sind", spricht er sicher wie mir, auch vielen Soldatinnen, Soldaten und deren Familien, Freunden und Bekannten aus dem Herzen. 
Simone Uetz
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