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Bundestag fordert Verbesserungen für verwundete und traumatisierte Soldaten
09.10.2010
Wir hoffen auf baldmöglichste Gesetzesänderung zur Versorgung der Einsatzsoldaten
Wie ein Mahnmal wacht der Tag des 7.10.2010, an dem erneut ein deutscher Soldat bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan gefallen war, über den weiteren Verlauf der Verbesserungen zum Einsatzversorgungsgesetz und Einsatzweiterverwendungsgesetz.
Nach der Abstimmung über den Antrag zur dringend notwendigen Verbesserung der Versorgung von im Einsatz verwundeter und traumatisierter Soldaten - die mit Zustimmung fast aller Fraktionsmitglieder und der Stimmenenthaltung der Partei Die Linke verlief - wird nun der Auftrag an das BMVg erteilt, ein Gesetz und die Durchführungsbestimmungen auszuarbeiten. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Versorgungslage der betroffenen Soldaten nun endlich und vor allem baldmöglichst verbessern wird.
Das Video zur Bundestagsdebatte:
Verbesserungen im Einsatzversorgungs- und Einsatzweiterverwendungsgesetz
02.10.2010
Veteranenverband & DKOF setzen sich für Gesetzesänderungen ein
Am 7. Oktober 2010 wird der Bundestag über Verbesserungen im Einsatzversorgungsgesetz / Einsatzweiterverwendungsgesetz abstimmen. Damit zu dieser wichtigen Thematik nicht vorbeireformiert wird, hatte die Deutsche Kriegopferfürsorge unter der Leitung von Andreas Timmermann-Levanas an Teilen der neuen Gesetze im Entwurf mitgeschrieben.
Desweiteren sprach Timmermann-Levanas, der auch dem vor kurzem gegründeten Veteranenverband Bund Deutscher Veteranen vorsteht, am 27./28. September mit Politikern aller Fraktionen (CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke) darüber, welche Details noch zu verbessern sind.
Weitere Information:
In einem Antrag mit der Drucksache 17/2433 vom 7. Juli 2010 forderten die CDU/CSU und FDP Fraktionen im Deutschen Bundestag Verbesserungen der finanziellen Versorgungsleistungen bei militärischen und zivilen Auslandsverwendungen in Krisenregionen.
Insbesondere werden Verbesserungen beim Soldatenversorgungsgesetz (SVG), einmalige Entschädigungsleistungen, Verbesserung des Schadensausgleichs, Anerkennung von Einsatzunfällen bzw. Wehrdienstbeschädigungen, Hinterbliebenenversorgung, Fortentwicklung des Einsatzweiterverwendungsgesetzes (EinsatzWVG), Pensionsberechnung und Nachversicherungsregelungen in der gesetzlichen Rentenversicherung gefordert.
In der Drucksache 17/2433 heißt es: „Gleichwohl hat sich zwischenzeitlich erwiesen, dass die getroffenen Maßnahmen des Gesetzgebers einer weiteren Fortentwicklung bedürfen.“
Neben diversen finanziellen Verbesserungen für nicht Berufssoldaten soll insbesondere auch das Einsatzweiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG) verbessert. Bisher war ein Schädigungsgrad von 50% notwendig, um von dem Einsatzverwendungsgesetz profitieren zu können. Diese soll auf 30% gesenkt werden.
Zudem wird gefordert, auf die bisher erforderliche Bewährung in einer sechsmonatigen Probezeit (vgl. z. B. erneut § 7 EinsatzWVG) im Anschluss an die Schutzzeit zu verzichten.
Die Stichtagsregelung soll auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Auslandsverwendungsgesetzes, also den 1. Juli 1992, weiter zurückdatiert werden. Damit eine entsprechende Versorgung insbesondere der ehemaligen Soldaten auf Zeit und der Reservisten seit Beginn der besonderen Auslandsverwendungen gewährleistet ist.
Buch als Vorbereitung auf den Auslandseinsatz
24.09.2010
Persönliches Resümee zum Afghanistan-Buch
Mit Bildern, Erzählungen und Randnotizen lernte ich die Bundeswehr und die Welt der Soldaten im Auslandseinsatz im Kosovo und Afghanistan kennen.
So entstand unser Buch - zuerst nur als Projekt - und rückblickend erlebe ich heute diese Auseinandersetzung mit dem Thema als eine große Bereicherung, nicht nur, weil ich meinen Partner besser verstehen kann.
Der erste persönlich erlebte Auslandseinsatz stand im Frühjahr 2010 an. Und es waren es so viele Dinge - manchmal auch nur Kleinigkeiten - auf die ich gewappnet war und wusste, dass die gefühlte Vertrautheit dabei hilft die lange Phase der Trennung und den Belastungen im Auslandseinsatz zu meistern.
Vom Countdown mit Maultaschen auf Das Parlament
Veteranen verbünden sich - Nachtrag
25.08.2010
Wie bereits im vorigen Beitrag erwähnt wurde letze Woche der Bund Deutscher Veteranen unter der Leitung von Andreas Timmermann-Levanas gegründet. Fast gleichzeitig entstand auch der Deutsche Veteranenverband von Daniela Matijevic in Osnabrück.
Dazu schreibt am 25.8.2010, ZEIT Online:
Die Bundeswehr-Veteranen organisieren sich
"Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine neuen Veteranen mehr in
Deutschland. Nun erleben immer mehr Soldaten den Krieg – und verbünden
sich.
Lange Jahre hat es gedauert, bis deutsche
Politiker vom Krieg in Afghanistan sprachen. Auch wenn dieser Terminus
nur "umgangssprachlich" richtig sei, wie der Verteidigungsminister
betont – und der Außenminister juristisch korrekt vom "nicht
international bewaffneten Konflikt" spricht. Die Soldaten vor Ort, die
beschossen werden und zurückschießen, die mit dem Tod bedroht sind und
selber töten, für diese Soldaten bedeutete die Mission am Hindukusch
schon seit Jahren ein Einsatz im Kriegsgebiet. Erstmals seit 1945 kehren
damit auch wieder Hunderte Veteranen nach Deutschland zurück – viele
gesund, manche aber auch verletzt an Körper und Seele.
Für
die Traumatisierten und Verwundeten entstanden in den vergangenen
Jahren Hilfsorganisationen wie die Deutsche Kriegsopferfürsorge (DKOF)
und der Verein Traumalos. Für die gesunden Veteranen der Bundeswehr gab
es bisher keine bundesweite eigene Vertretung von Bedeutung. Das soll
sich nun ändern.
In Berlin gründeten Veteranen der
deutschen Einsätze in Somalia, Bosnien und Herzegowina, im Kosovo und in
Afghanistan sowie Sympathisanten einen Verein, der Bund Deutscher
Veteranen heißen wird. Vor wenigen Tagen wurde zudem der Deutsche
Veteranenverband in Osnabrück gegründet, der ähnliche Ziele verfolgen
will. Zwar bestehen noch Verbände, die Veteranenheime für
Kriegsteilnehmer des Zweiten Weltkrieges betreiben oder Sport für
Versehrte anbieten, für Soldaten der Bundeswehr sind diese aber nicht
zuständig. …"
Weitere Information:
Andreas Timmermann-Levanas war als Berufsoffizier mit 24 Dienstjahren Pressesprecher bei der ISAF-Mission in Afghanistan und davor in Bosnien im Einsatz und überlebte mehrere Anschläge. 2009 musste er die Bundeswehr aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Später hatte er die Deutsche Kriegsopferfürsorge gegründet, um Wehrdienstbeschädigten Soldaten zu helfen bei der Bewältigung des darauf folgenden Bürokratiedschungels und der Sicherung ihrer weiteren Existenz. Ende August 2010 erscheint das Buch Die reden – Wir sterben, das er zusammen mit der Biografin Andrea Richter im Campus Verlag veröffentlicht.
Auch Daniela Matijevic war bei der Bundeswehr als Rettungssanitäterin und hat ein Buch geschrieben, lange nachdem Sie die Bundeswehr verlassen hat. Das Buch mit Titel "Mit der Hölle hätte ich leben können: Als deutsche Soldatin im Auslandseinsatz" erscheint im Heyne-Verlag.
Neues Arbeitspapier Bundeswehr: Gefühle der Soldaten
25.07.2010
Für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr beim Umgang mit Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz
Aus aktuell, Zeitung für die Bundeswehr.
Soldaten und Gefühle - eine Kombination, die viele Jahre als fast unmöglich galt. Der Soldat habe hart zu sein und seinen Auftrag zu erledigen, ohne jegliche Gefühlsregung. Das war lange die vorherrschende Meinung in der Gesellschaft und der Bundeswehr.
Doch diese Zeiten sind vorbei. Der Soldat ist ein Staatsbürger in Uniform und eben auch ein Mensch. Und Menschen haben Gefühle, die sie auch zeigen können und dürfen. Trauer, Wut, Schuld, Leid sind einige davon. Gerade heute, in Zeiten der Auslandseinsätze, ist es wichtiger denn je, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Denn die Realität zeigt: Jeden Soldaten und zivilen Mitarbeiter im Einsatz können Tod und Verwundung treffen.
Sprechen – auch über Tabuthemen
Das Zentrum Innere Führung in Koblenz hat zu diesem Thema ein neues Arbeitspapier mit dem Titel „Auseinandersetzung mit Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz“ veröffentlicht. Es soll den militärischen Führer darin unterstützen, mit seinen Soldaten darüber zu diskutieren und sich damit auseinanderzusetzen – und das möglichst vor dem Einsatz.
„Die Thematik ‚Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz‘ muss künftig in allen Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr noch intensiver behandelt werden“, schreibt Brigadegeneral Alois Bach, Kommandeur des Koblenzer Zentrums im Vorwort des Dokuments. “„Denn Innere Führung bedeutet auch, über Tabu-Themen zu sprechen“.”
Die „gute“ Seite der Angst
Das Arbeitspapier soll eine Anregung sein und den militärischen Führeren als Hintergrundinformation sowie zur Unterrichtsvorbereitung dienen. Es kann im „wesentlichen nur Impulse vermitteln“, steht in der Einleitung. Eines kann und will es nicht sein: eine Musterlösung.
In erster Linie dient es der Begriffserklärung. Was ist Tod? Was ist Verwundung? Was sind die Auswirkungen von extremen Belastungen auf den Menschen? Mögliche Krankheitsbilder, die dadurch entstehen können, und deren Symptome werden kurz erläutert. Ein weiteres Thema: Angst. Jeder Soldat und zivile Mitarbeiter der in den Einsatz geht, wird sich unwillkürlich damit auseinandersetzen. Dabei fällt es Soldaten oft schwer, sich Ängste einzugestehen.
Warum sie aber lebennotwendig sind und nicht verdrängt werden sollten, auch das beschreibt das Arbeitspapie. „Angst warnt vor Bedrohungen und aktiviert gleichzeitig Körper und Seele“, steht darin geschrieben.
Leid, Schuld, Tod und ein schwerer Gang
Des Weiteren befasst sich das neue Arbeitspapier mit wichtigen Schlagworten wie Leid und Schuld. Denn auch militärische Vorgesetzte sind davor nicht gefeit. Oftmals müssen sie Entscheidungen über Leben und Tod verantworten. Und letztendlich sind sie es auch, die schreckliche Nachrichten über gefallene oder verwundete Kameraden überbringen müssen.
Auch zu dieser schwierigen Aufgaben versucht das Arbeitspapier Hilfestellung zu geben, wenngleich es auch hier nur als Anregung dienen kann. „Es ist nicht möglich, den militärischen Vorgesetzten ein Hilfsmittel in Form einer Handlungsanweisung an die Hand zu geben. Zu vielseitig sind die Gesichter von Tod und Leid und zu unterschiedlich die Reaktionen aufgrund von tiefer Betroffenheit“, heißt es in dem Dokument.
Trauer ist immer individuell
Auch die Trauer ist bei jedem Menschen individuell. Hier bietet das Arbeitspapier aber einen guten Überblick über die Theorie der Trauer. Zum Beispiel, warum sie wichtig ist, welche Symptome und Phasen der Trauer es gibt. „Trauer ist der Schmerz der Zurückbleibenden“, steht in dem Papier. Und sie endet auch nicht nach der Trauerfeier. Diese aber ist ein wichtiges Ritual, um einen Verlust zu bewältigen.
Mit der Realität befassen
Das Arbeitspapier „Auseinandersetzung mit Verwundung, Tod uns Trauer im Einsatz“ ist ein weiterer Schritt in die Richtung, sich mit der Einsatzrealität auseinanderzusetzen und den Soldaten der Bundeswehr Hilfestellung in deren Bewältigung zu geben.
Wahrscheinlich setzt sich niemand gern mit solchen Themen auseinander – dennoch ist es notwendig. Und das Schlusswort des Arbeitspapiers könnte es nicht treffender formulieren: „Den Soldaten dürfen die Gefahren des Einsatzes nicht vorenthalten oder verharmlost werden. Sie müssen sich mit der Realität befassen.“
Angehörigen der Bundeswehr steht das Dokument ab Mitte August im Intranet zur Verfügung.
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