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Gedenken an gefallene Soldaten (2)

Was wir unseren Soldaten schuldig sind?

02.12.2009 von Simone Uetz

Artikel in Welt-Online: Eine Demokratie hat die Menschen zu achten, die sie in ihren Krieg schickt

Gesellschaft Soldaten

Ich bin mir nicht so sicher, ob es Angehörige und auch die Soldatinnen und Soldaten so begrüssen würden, wenn jeder verunglückte oder gefallene Soldat mit Namen und Bild auf den Titelseiten der Weltpresse erscheinen würde.
Dennoch zeugt Michael Kleebergs Beitrag in Welt-online einmal wieder davon, dass sich der O-Ton in der Presse nach und nach wandelt und vielleicht so immer mehr den Mensch hinter dem Soldaten in das Bewußtsein der Bevölkerung rückt.

Er schreibt davon, dass sich durch die Ereignisse bei Kundus, die jetzt zur Entlassung des ehemaligen Verteidigungsministers geführt haben, bei ihm ganz andere Fragen hervor gerufen haben, als die momentan öffentlich diskutierten, und dass er er in erster Linie an die deutschen Soldaten in Afghanistan denken muß.
Mit seiner Forderung, "dass diese Soldaten nicht der verlegen verleugnete gesellschaftliche Ausschuss bleiben, der sie momentan sind", spricht er sicher wie mir, auch vielen Soldatinnen, Soldaten und deren Familien, Freunden und Bekannten aus dem Herzen.  Lächelnd

Simone Uetz


Zum Beitrag auf Welt-online....

Würdiges Gedenken. Eine Mahnung von kirchlicher Seite

27.08.2009 von Simone Uetz

Seitens der Kirche werden die Aufrufe zu Solidarität mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr immer drängender...

Militärgeneralvikar Walter Wakenhut

Militärgeneralvikar Walter Wakenhut fordert einen eigenen Gedenk- und Ehrentag für Bundeswehr und die im Dienst ums Leben gekommenen Soldaten und Soldatinnen:

 

KNA, 26.08.2009.
[…]
Für das Gedenken der Soldaten an ihre getöteten und gefallenen Kameraden sei der Bendlerblock als Ort des Widerstands gegen ein Unrechtsregime der geeignete Ort. „Sollte das Parlament ein eigenes Ehrenmal beschließen, kann das seinen Platz am Reichstag haben.“ Nach seinem Eindruck seien das Ehrenmal und das Gedenken der deutschen Bevölkerung auch für die Soldaten von hoher Bedeutung. Viele seien der Meinung, dass der Einsatz in Afghanistan in der Gesellschaft nicht ernst genommen und die immensen Gefahren nicht gesehen würden. Wakenhut weiter: „Und wenn die Soldaten nach Hause kommen, müssen sie sich für den Einsatz manchmal noch rechtfertigen.“


(Quelle: KNA – ID Nr. 34 / 26. August 2009, KMBA / Doreen Bierdel)


 

In der aktuellen Ausgabe Kompass, Soldat in Welt und Kirche (2009/09 Seite 7) ist weiterhin zu lesen:


[…] Die Bundeswehr wird in unserer Öffentlichkeit und auch von manchem Politiker in einen Topf mit den Armeen vergangener Zeiten geworfen. Nach dem Prinzip „Soldat bleibt Soldat“ sei er dazu da, Kriege zu führen und darin zu siegen. Es wird kein Unterschied gemacht.

Aber es sollte sich eigentlich herumgesprochen haben und auch ins Bewusstsein jedes verantwortungsbewussten Bundesbürgers eingedrungen sein, dass mit dem 23. Mai 1949, der Annahme unseres Grundgesetzes, für unser Volk eine neue Zeit begonnen hat. Es gibt keine Fortsetzung des Dritten Reiches oder des Kaiserreiches, auch nicht der Weimarer Republik.
Die Bundesrepublik ist etwas Neues; etwas Neues, das sich von Anfang an in die demokratische Tradition Europas hineingestellt weiß. In der Verantwortung vor Gott wird eine Werteordnung festgeschrieben, die auf unserer christlich abendländischen Tradition beruht. Menschenwürde und Menschenrechte sind unveräußerliches Rechtsgut der Menschen in unserem Land.

Die Bundeswehr ist in diese und keine andere Tradition hineingestellt. Pflicht des Soldaten und der Soldatin ist es, treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Es geht nicht um Machtspiele, es geht nicht um Siege und Kriege, sondern um die Verteidigung. Aus der noch nationalstaatlich geprägten Gründerzeit unseres Staates ist eine globalisierte, in sich vernetzte und hochkomplizierte Welt geworden, in der ein Volk nicht mehr ohne das andere leben, in dem kein Volk gegen das andere sein kann, ohne großen Schaden hervorzurufen. Die Verantwortung für das Gemeinwohl besteht nicht mehr in Wahrung eigener nationaler Interessen, sondern kann nur im Blick auf die ganze Welt richtig wahrgenommen werden. Das fordert die helfende Tat.

Die Bundeswehr im Einsatz war und ist eine vom Parlament, von den von uns allen gewählten Frauen und Männern in den Einsatz geschickte Armee. Die Soldatinnen und Soldaten verrichten ihren Dienst im Auftrag unseres Volkes, im Dienst für Frieden, Recht und Freiheit.

Gedenken, Trauer und Erinnerung sollen deshalb in dieser neuen Armee einen neuen Platz und ein eigenes Datum erhalten. Es geht nicht um die Opfer von Unrecht und Gewalt, sondern um Frauen und Männer, die im Einsatz für Frieden, Recht und Freiheit ihr Leben eingesetzt und auch verloren haben. Der Toten im Ehrenmal zu gedenken und die Lebenden mit dem Ehrenkreuz für Tapferkeit auszuzeichnen ist nicht die Wiederkehr alter soldatischer Herrlichkeit, sondern Respektbekundung des demokratischen Staates für die, die sich als Staatsbürger in Uniform für Menschenwürde und Menschenrechte einsetzen. Aus eben diesen Gründen ist es sinnvoll, einen eigenen Gedenk- und Ehrentag für die im Einsatz ums Leben gekommenen und gefallenen Soldatinnen und Soldaten zu schaffen. Da geht es nicht um einen zusätzlichen Feiertag, sondern um eine klare und eindeutige Verortung unserer Bundeswehr in der freiheitlich demokratischen Ordnung unseres Staates.

Soldatinnen und Soldaten sind Staatsbürger in Uniform. Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit, das Ehrenmal und ein eigener Gedenktag sind die Konsequenz daraus.


(Quelle: Kompass, Soldat in Welt und Kirche (2009/09 Seite 7)

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